(30.08.2010, Main-Echo)
   Dammbach bleibt auf Bauplatz sitzen
Main TV
   (16.07.2010, Filmbericht)
Spiel um einen Bauplatz
   (13.07.2010, Südwest Presse Online)
Schafkopfen um einen Bauplatz
   (22.12.2009, Main-Echo)
Mit der Schelle-Sau zum Gratis-Bauplatz
   (18.12.2009, Main-Echo)


Quelle,© Main-Echo:
Vom 30.08.2010, Autor: Barbara Schmidt
Main Echo

Dammbach bleibt auf Bauplatz sitzen
Schafkopfturnier: 161 statt der erhofften 400 Teilnehmer, darum »nur« hohe Geld- sowie Sachpreise

Dammbach Sie rufen die Sau (Ass), freuen sich über Geier (Ober sind Trumpf) und halten ungern Spatzen (Luschen) in der Hand: Schafkopfer betreiben ein tierisch unterhaltsames Kartenspiel mit tierisch großem Ernst, zumal, wenn es um hohe Gewinne geht - so wie am Samstag in Dammbach. Der in Aussicht gestellte Bauplatz als Hauptpreis bleibt zwar in Gemeindebesitz, aber »Trostpflaster« bis zu 6000 Euro waren auch willkommen.

Der »1. Dammbacher Spessarträuberland-Preisschafkopf«, ausgerichtet von der Gemeinde, war kein Allerweltsturnier. Vor dem Hintergrund schrumpfender Einwohnerzahlen hatten sich Bürgermeister Roland Bauer und der Gemeinderat einen Gag ausgedacht: Als Hauptgewinn stellten sie einen erschlossenen Bauplatz im Wert von 39 000 Euro in Aussicht. Vielleicht lockt das Bauwillige ins Dammbachtal? Womöglich eine junge Familie?

Nichts zu verschenken

Zu verschenken hat eine kleine Spessartgemeinde freilich nichts - da achtet schon die Kommunalaufsicht drauf. Der Gegenwert des Grundstücks sollte über Startgebühren hereinkommen. Also legten die Dammbacher erst 140, dann 120 Euro fest für die Teilnahme an einem Turnier über fünf Runden zu je 32 Spielen. Voller Zuversicht rührten sie die Werbetrommel weit über den Untermain hinaus. Dabei ließen sie keinen Zweifel: Der Bauplatz (alternativ: 15 000 Euro) wird nur ausgespielt, wenn 400 Kartenklopper antreten. Ansonsten bleibt es bei Geld- und Sachpreisen.

Voranmeldungen mit Überweisen des Startgelds gingen trotzdem nur spärlich ein, aber es habe viele Ankündigungen gegeben »wir kommen«, so der Bürgermeister. Am Samstag um 10 Uhr sollte Turnierbeginn sein. Eine halbe Stunde später machte er bei seiner Begrüßung keinen Hehl daraus, dass er »schon ein bisschen enttäuscht« sei: War es die Urlaubszeit? Das hohe Startgeld? Oder hatte der Verdacht, es könnte mit dem ausgelobten Hauptgewinn nicht mit rechten Dingen zugehen, Schafkopffreunde vom Kommen abgehalten? Jedenfalls hatten sich nur 161 Schafkopffreunde im extra errichteten großen Zelt an der Taubendelle eingefunden. Viele waren weit angereist, so aus dem Großraum Nürnberg, aus München, aber auch aus dem benachbarten Hessen.

Die Zahl 400 weit verfehlt - also nix Bauplatz! Doch trat deshalb kein Enttäuschter die Heimreise an. Denn Roland Bauer (»die Gemeinde will ja keinen Gewinn machen«) stellte als Hauptgewinne 6000 (also das 60-fache des Startgelds), 4500, 2000, 1000 und 800 Euro in Aussicht. Kein Murren unter den Kartenfreunden - die wollten nur endlich loslegen.

Die Spielregeln gab es schriftlich. Die enthielten zwar manchen Passus, der in der starken Fraktion aus dem Süden des Landes Kopfschütteln hervorrief, wo das Schafkopfen zum bayerischen Kulturgut zählt - Granteln inbegriffen. Doch auf diese Art »Kulturpflege« wurde in Dammbach verzichtet. An den 41 Tischen ging es fair und friedlich zu; der Bürgermeister und eine Reihe kundiger Ratsmitglieder hatten als Schiedsrichter keinen schweren Stand. Im wörtlichen Sinn »nachgekartet« wurde erst nach Turnierende gegen 19 Uhr - zum Überbrücken der Wartezeit, bis die Gewinnerliste erstellt war.

19-jähriger Überraschungssieger

Die wies einen Überraschungssieger aus: den 19-jährigen angehenden Studenten Lukas Weimer aus Eichenbühl, der mit 680 Punkten den Hauptpreis von 6000 Euro einstreichen konnte. Auf Platz zwei kam Walter Neubauer aus Heimbuchenthal, auf Platz drei Rupert Nausch aus Breitengüßbach. Zu den Gewinnern darf sich auch der Bürgermeister mit seiner 50 Helfer starken Ausrichter-Crew zählen, obwohl er auf dem Bauplatz sitzenblieb.

Das findet er zwar schade, aber richtig traurig macht es ihn nicht. Denn in der Vorbereitungszeit des Turniers war »unsere charmante Gemeinde im Spessart« landesweit im Gespräch, und es wurden fünf Bauplätze verkauft (vier privat). Wenn es nach ihm geht, kommt es 2011 zur Neuauflage des Turniers - mit einem kleineren Bauplatz und einem Startgeld unter 100 Euro. Bauer: »Wenn heute alle Teilnehmer zufrieden nach Hause gehen, spricht sich das herum, und beim nächsten Mal werden dann viel mehr kommen.«

Barbara Schmidt


Stimmen zum Schafkopf-Turnier in Dammbach

Peter Straub, Schüler aus Rüdenau,
mit 17 der jüngste Teilnehmer: »Mit Schafkopf habe ich beim Opa Gustav das Zählen gelernt. Ich spiele oft und gern, mit Freunden und auch in der Schule. Das hohe Startgeld fürs heutige Turnier hat mir Großtante Margit spendiert. Obwohl es richtig um was ging, herrschte eine sehr freundliche Atmosphäre. Wenn ich den Bauplatz in Dammbach gewonnen hätte, dann hätte ich ihn verkauft, denn ich will nicht fort aus Rüdenau. Aber daran habe ich eigentlich gar nicht gedacht. Es ging mir ums Mitmachen. Leider hat es zu überhaupt keinem Preis gereicht.«

Ursula Klein, Rentnerin aus Hiltpoltstein,
mit 68 die Seniorin unter den teilnehmenden Frauen: »Schon als Kind musste ich einspringen, wenn mein Bruder jemanden für eine Kartenrunde gebraucht hat. Ich spiele dreimal in der Woche Schafkopf und fahre zu vielen Turnieren. Vor 30 Jahren waren da Frauen eine Seltenheit; die mussten wohl daheim bleiben und kochen. Wegen des Bauplatzes bin ich nicht nach Dammbach gekommen. Ich freue mich über meinen 18. Platz und den Gewinn einer Bohrmaschine. Die nehme ich meinem Mann mit, da kann er werkeln, wenn ich wieder unterwegs bin.«


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Quelle: Main TV
Main TV - Filmbericht, 2:18 Min. hier klicken


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Quelle,© Südwest Presse:
Vom 13.07.2010, Autor: Hans Georg Franz
Südwest Presse Online

Spiel um einen Bauplatz

Dammbach.Beim Kartenspiel ging schon manches Haus verloren. Nun lockt ein Schafkopf-Turnier in Bayern mit einem Bauplatz als Hauptgewinn.

"Jetzt spinnt er total", waren sich die Gemeinderäte von Dammbach (Kreis Aschaffenburg) einig. Die neueste Idee ihres Bürgermeisters Roland Bauer (53) stieß zunächst auf einhellige Ablehnung. Der kreative CSU-Mann möchte ein Kartenspiel-Turnier veranstalten, bei dem der Hauptgewinner einen Bauplatz aus Gemeindebesitz bekommen soll. 520 Quadratmeter im Wert von 39 000 Euro.

Inzwischen ließen sich die Volksvertreter komplett überzeugen. "Sie sind Feuer und Flamme", freut sich Bauer über den Sinneswandel. Fleißig helfen sie bei den Vorbereitungen für das "1. große Spessarträuberland-Preisschafkopf-Turnier", das am 28. August ab 10 Uhr in der Dammbachhalle ausgetragen wird. Außer dem Grundstück gibt es Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 54 000 Euro. Mitkarteln dürfen nicht nur Einheimische. Wer die Startgebühr - 120 Euro im Voraus, 20 Euro mehr am Turniertag - bezahlt, ist auch aus dem angrenzenden Baden-Württemberg willkommen.

Dammbach hat 1900 Einwohner, jährlich werden es statistisch gesehen sechs weniger. Das Dörfchen liegt in einem malerischen Tal, zehn Kilometer vom Kalendermotiv Mespelbrunn entfernt, verfügt über Kindergarten, Grundschule und Feuerwehr, Bäcker, Metzger, drei Spielplätze, einen Waldlehrpfad und einen Kulturrundweg zwischen Scharstein und Geishöhe. Zum Vereinsleben gehören Gesangverein mit Jugendchor, Imker, Sportler, Schützen, der Brieftaubenklub "Wiedersehen", selbst die SPD hat einen Ortsverband. Besucher und Einheimische laben sich in zwei Gasthöfen und einer Pizzeria, Touristen logieren im Romantik-Landhaus und in zwei Hotels, von denen eines, mit dem "größten Hallenbad Nordbayerns", dem Bürgermeister gehört.

Ob das Turnier zustande kommt, ist nicht mehr wichtig. 400 Teilnehmer werden benötigt, um die Kosten einzuspielen. Es haben sich zwar erst 85 Spieler angemeldet, von denen nur 16 die Gebühr bezahlt haben. Doch die Ankündigung des immobilen Hauptgewinns hat so viele Interessenten in den Ort gelockt, dass drei der vier kommunalen Bauplätze bereits verkauft sind. "Besser hätte es nicht laufen können", sagt der Bürgermeister.

Quelle: © Südwest Presse, 13.07.2010,
Autor: Hans Georg Frank



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Quelle, Main-Echo:
Vom 22.12.2009, Karl-Heinz Klameth
Main Netz

Schafkopfen um einen Bauplatz

Gemeinderat: Gegen zwei Stimmen beschließt das Gremium ein Turnier - Termin wohl Ende August 2010

Dammbach Bis auf zwei Räte hat Bürgermeister Roland Bauer (CSU) das Gremium in der jüngsten Sitzung von der Idee eines Schafkopfturniers überzeugt. Hauptpreis wird ein Bauplatz in der Straße im Störmersgut sein.
Wert: 39 000 Euro.

Bauplatz in Dammbach

Schönes Dammbach: Die Gemeinde will junge Familien mit Kindern anlocken, um der demografischen Entwicklung ein Schnippchen zu schlagen und die Schrumpfung des Spessartdörfchens zu bremsen. Dazu hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, im Sommer ein Schafkopf-Turnier auszurichten, dessen Sieger einen 520 Quadratmeter großen und voll erschlossenen Bauplatz am Neubauhang Störmersgut erhält. Foto: Peter Rogowsky

Gerechnet wird in der Spessart-Ortschaft Dammbach mit über 400 Teilnehmern. Das Turnier, bei dem es noch weitere Preise mit einem Volumen von 15 000 Euro gibt, findet wahrscheinlich Ende August während der großen Schulferien statt. Die Räume: Dammbachtalhalle und Grundschule im Ortsteil Krausenbach.

Damit die Kartenspieler nicht darben müssen, kümmern sich die Feuerwehren aus Krausenbach und Wintersbach um sie. Der Erlös aus dem Getränke- und Essensverkauf soll für die Einrichtung des neuen Feuerwehrgerätehauses dienen.

Viel Werbung

Die Kosten für die Preise des Schafkopf-Turniers will man über die Startgebühr decken. Die Veranstaltung soll groß beworben werden. Auch beim Deutschen Schafkopfverband will man sie ausschreiben. Die Modalitäten werden noch in einem Gemeinderatsausschuss geklärt. Wahrscheinlich wird das Turnier über ein Wochenende gehen. Das heißt: samstags Vorausscheidung, sonntags Finalrunden. Bürgermeister Roland Bauer, früher selbst passionierter Schafkopfspieler, hat ein größeres Turnier in Obernburg-Eisenbach im Kreis Miltenberg besucht und Kontakte geknüpft. Diese will er bei Turnieren in Neuhütten (Kreis Main-Spessart) und Straßbessenbach in den nächsten Wochen und Monaten vertiefen.

Rechtlich in Ordnung

Geklärt hat der Bürgermeister mit der Regierung von Unterfranken in Würzburg, dass Schafkopfturniere nicht unter die verbotenen beziehungsweise erlaubnispflichtigen Glücksspiele fallen. Damit kann auch eine Gemeinde ein solches Turnier organisieren.

Quelle: Main-Echo,
Karl-Heinz Klameth


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Quelle: Main-Echo:
Vom 18.12.2009, Jens Raab
Main Netz

Mit der Schelle-Sau zum Gratis-Bauplatz

Demografie: Wie viele Dörfer im Spessart schrumpft auch Dammbach - Mit einem Schafkopf-Turnier will Bürgermeister Bauer die Wende schaffen

Dammbach Immer weniger werden die Leut’ und immer älter - und immer öfter ziehen sie vom Dorf in die Stadt. Gleichzeitig gibt es immer neue Gegenstrategien: Junge Familien werden umgarnt mit vergünstigten Kita-Plätzen und Wohnungen oder mit Gratis-Windeln (leer) und der kostenlosen Rücknahme derselben (voll).

Bauplatz in Dammbach

Diesen Bauplatz will Dammbachs Bürgermeister Bauer als Preis beim Schafkopfen aussetzen. Foto: Rogowsky

Im Spessart-Ort Dammbach (Kreis Aschaffenburg) sollen nun Zuzugs- und Vermehrungswillige gleich einen ganzen Bauplatz geschenkt bekommen - wenn sie nur genügend Schellen-Sauen und Eichel-Ober hinblättern und möglichst wenige Luschen. Das dürfte zu den eher ungewöhnlichen Einfällen im Kampf gegen Landflucht und demografische Unbill gehören. Eher ungewöhnlich? »Sagen wir mal so«, korrigiert der Dammbacher Bürgermeister Roland Bauer: »Als ich den Gemeinderäten von meiner Idee erzählte, einen Bauplatz als Hauptpreis bei einem Schafkopf-Turnier einzusetzen, haben die wohl gedacht: Jetzt ist er übergeschnappt.«

520 Quadratmeter im Idyll

Die Gemeinderäte haben es sich offenbar nochmal überlegt: Heute Abend stimmen sie, davon geht der CSU-Bürgermeister aus, für den Plan, einen gemeindlichen Bauplatz beim Kartenspiel zu verkloppen. »Im positiven Sinne natürlich«, sagt Bauer und rechnet vor: Bei einem Einsatz von 140 Euro pro Nase und erhofften 400 Teilnehmern würde das Turnier mindestens 56 000 Euro in die Gemeindekasse spülen. Das decke den Marktwert des Bauplatzes ab, den Aufwand und weitere attraktive Preise.

Dass die voll erschlossenen 520 Quadratmeter im Neubaugebiet Störmersgut nur 39 000 Euro kosten, zeigt den Ernst hinter der Geschichte: Die Gemeinde bietet in der Gegend seit drei Jahren eine ganze Reihe Bauplätze an. Doch obwohl sie sich allesamt in bester Süd-Südwest-Hanglage in einem Spessart-Idyll befinden - der Blick schweift über sanfte Hügel, zu hören ist nichts als Vogelgezwitscher im Buchenwald - ist die Nachfrage laut Bürgermeister »grottenschlecht«. Anfangs wollte man 120 Euro für den Quadratmeter, jetzt bloß noch 75 Euro. Trotzdem zieht es junge Familien woanders hin, Dammbach schrumpft wie viele Spessart-Dörfer.

Das Schafkopf-Turnier soll die Wende bringen. Der Bürgermeister setzt auf den Werbeeffekt: »Selbst wenn ein älterer Herr gewinnt, vielleicht wollen ja seine Enkel nach Dammbach ziehen?« übrigens verflüssige man mit den Einnahmen aus dem Spieleinsatz endlich einen Teil des kommunalen Immobilien-Kapitals, fügt Bauer verschmitzt an. Die Bezirksregierung ist nicht so begeistert von der Sache: »Wir können Ihrer Argumentation der Bauplatzvergabe nicht folgen«, schwurbelten die Würzburger unter einen Brief, der gleichwohl signalisierte: Alles geht mit rechten Dingen zu. Denn das bayerische Kulturgut Schafkopf ist laut Gesetz - anders als etwa Poker - kein Glücksspiel, auch weil alle Karten ausgeteilt werden.

Im Sommer soll das Turnier in der Dammbachtalhalle stattfinden. Nach dem Willen von Bürgermeister Bauer, selbst passionierter Turnier-Schafkopfer (»Ich hab’ immer nur Bohrmaschinen, Schinken oder Socken gewonnen«), soll es einen Tag dauern. Gespielt wird wohl klassisch: mehrere Runden mit Ruf-, Solo- und eventuell Wenz-Spielen. Dem Gewinner und damit möglichen Bauherrn sei schon mal gesagt: in Dammbach sagt man »Schofkopp«. Dann klappt’s auch mit den neuen Nachbarn.

Quelle: Main-Echo,
Jens Raab



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